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Grüne Gentechnik: Stimmungswandel in Deutschland

Originalmeldung von Dr. Horst Rehberger, Forum Grüne Vernunft e.V.
Original-URL: http://www.gruenevernunft.de/meldung/gr%C3%BCne-gentechnik-stimmungswandel-deutschland
Wähler von CDU/CSU und SPD mehrheitlich und Zweidrittelmehrheit der jungen Generation (18-29 Jahre) für den „Goldenen Reis“ - Angstparolen finden auch bei Gesamtbevölkerung immer weniger Anklang

Berlin, 23.06.2014: Der Anteil der Deutschen, die eine Nutzung der Grünen Gentechnik wegen angeblicher Gefahren ablehnen, geht deutlich zurück (vgl. auch Graphiken in der Anlage). Sprachen sich bei einer forsa-Umfrage 2009 noch 78% der Befragten gegen Gentechnik in Lebensmitteln und sogar 85% gegen Gentechnik in Futtermitteln aus, sank der Anteil der Personen bei einer im Juli 2013 durchgeführten repräsentativen Meinungsumfrage des dimap-Instituts auf 71%, die für ein Verbot der Nutzung der Gentechnik in der Landwirtschaft eintraten. Eine im Februar 2014 von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) durchgeführte Umfrage ergab dann noch einen Anteil von 63% der Bevölkerung, die Gentechnik in Lebensmitteln ablehnen. Nach einer im April 2014 durchgeführten Umfrage des dimap-Instituts, die insbesondere zum gentechnisch verbesserten „Goldenen Reis“ durchgeführt worden ist, waren es noch  59% der Befragten, die Lebensmittel ablehnten, bei deren Gewinnung Gentechnik eine Rolle spielt. Eine dicomm-Umfrage, die im Juni 2014 durchgeführt wurde, macht den Stimmungswandel besonders deutlich.

Auf die Frage, ob der gentechnisch gewonnene „Goldene Reis“ befürwortet oder aber wegen seiner Entwicklung mit Hilfe der Gentechnik abgelehnt wird, plädiert die Mehrheit der CDU/CSU- und SPD-Anhänger für den „Goldenen Reis“.

 

Parteipräferenz        CDU/CSU       SPD           Linke         B90/Grüne

Dafür:                          52%              50%           40%              25%

Dagegen:                    44%              45%           57%              70%

Unentschieden:            4%                5%              3%               5%

 

In der Gesamtbevölkerung hält sich das Pro und Contra die Waage: Pro: 47%, Contra: 48%. Dies ist das weitaus beste Umfrageergebnis zu einem Produkt der Grünen Gentechnik seit anderthalb Jahrzehnten. In der jungen Generation (18-29 Jahre) plädieren sogar 65%, also eine Zweidrittelmehrheit der Befragten, für die Zulassung des „Goldenen Reises“.

„Aufklärung hilft“, erklärte dazu der Vorsitzende des FORUMs GRÜNE VERNUNFT, Minister a.D. Dr. Horst Rehberger in einer Pressekonferenz am 23. 06.2014 in Berlin. Mehr Wissen zum Beispiel durch einen guten Biologie-Unterricht in den Schulen sei von größter Bedeutung, wenn man irrationale, von bestimmten Organisationen und Parteien systematisch geschürte Ängste überwinden wolle. Positiv dürfte sich, so Rehberger weiter, in den Zahlen auch die Kampagne „Golden Rice Now“ des Greenpeace-Mitbegründers und heutigen massiven Greenpeace-Kritikers Dr. Patrick Moore (Kanada) wiederspiegeln, über die viele Medien ausführlich berichtet haben.

In der Pressekonferenz erläuterte der Initiator der gegen Greenpeace gerichteten weltweiten Kampagne „Golden Rice Now“  Dr. Patrick Moore (Vancouver) seine am 23.06.2014 stattfindende Mahnwache vor der Bundesgeschäftsstelle des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) in Berlin. Die Feldzerstörungs- und Angstkampagnen von Greenpeace in Asien gegen den „Goldenen Reis“ seien nur möglich, weil Organisationen wie der BÖLW mit Greenpeace eng kooperierten und Greenpeace ideell und materiell unterstützten. Diese Organisationen trügen damit auch einen Teil der Verantwortung für den millionenfachen Tod von Kindern in Asien, denen mit dem „Goldenen Reis“ ein Lebensmittel zur Verfügung gestellt werden könne, das den in der Dritten Welt weit verbreiteten, zu Erblindung und Tod zahlloser Kinder führenden Vitamin-A-Mangel behebe.

Besondere Aktualität gewinnt die Mahnwache angesichts der in der WISO-Sendung des ZDF vom 07.10.2013 erstmals nachgewiesenen Verwendung von gentechnischen Produkten durch Mitglieder des BÖLW. Nach einer gründlichen Prüfung hat dazu der Demeter-Verband im Februar 2014 – unbemerkt von der Öffentlichkeit – erklärt, dass diese Beimischungen „zufällig“ und „unvermeidbar“ seien. Wer, wie der BÖLW, die Kreuzung von Sonnenblume und Chicorée neuerdings als „Bio“ für Babys bewertet, wird eine Kreuzung zwischen Reis und Karotte (= „Goldener Reis“) doch wohl ebenfalls akzeptieren, zumal dadurch zahllose Kinder vor Erblindung und Tod gerettet werden können, so Moore und Rehberger.

Prof. Dr. Klaus Ammann, Bern, betonte auf der Pressekonferenz, dass die eigentlichen molekularen Prozesse der natürlichen Mutation und der modernen gentechnischen Veränderungen von Kulturpflanzen auf denselben Prozessen beruhen. Länder wie die USA und Kanada haben das in ihrer Gesetzgebung berücksichtigt und prüfen die Biosicherheit aller neuen Pflanzenzüchtungen. Die EU grenzen jedoch die gentechnisch veränderten Sorten als prinzipiell gefährlicher aus, was wissenschaftlich nicht haltbar ist. Dadurch werden diese modernen Sorten klar stigmatisiert und bilden auch das Objekt von unbegründeten Angst-Kampagnen einiger Nichtregierungsorganisationen, allen voran Greenpeace. Die Details und psychologisch-kulturellen Hintergründe dieser Angstkampagne sind einer neuen Literaturzusammenstellung zusammengefasst (s. a. Anlage).

Mit großer Gelassenheit haben Moore, Rehberger und Ammann wenige Tage vor der Mahnwache die Nachricht des BÖLW zur Kenntnis genommen, dass am 23.06.2014 die BÖLW- Bundesgeschäftsstelle einen Betriebsausflug durchführe und niemand anwesend sei. „Die Mahnwache richtet sich an die Öffentlichkeit und insbesondere auch an die zahlreichen Mitglieder des BÖLW in der ganzen Bundesrepublik und findet statt, auch wenn Prinz zu Löwenstein und seine Mitarbeiter die Flucht ergreifen“, sagt Moore. Außerdem wird Moore am nächsten Tag, 24.06.2014, 15 Uhr,  die BÖLW-Bundesgeschäftsstelle erneut aufsuchen, um nach der Mahnwache vom Vortag ein Gespräch mit den Verantwortlichen des BÖLW zu führen. Man darf gespannt sein, ob und wenn ja welche neue Ausrede Prinz zu Löwenstein erfindet, falls das Gespräch auch am Dienstag nicht stattfinden kann.  

Kontakt:          

Forum Grüne Vernunft e.V.,

Am Schwabeplan 1b, 06466 Stadt Seeland,

info@gruenevernunft.de

www.gruenevernunft.de

Tel.: 039482-79173

Ansprechpartner: Dr. Horst Rehberger, Tel.: 0160-8209594 ;  Dr. Uwe Schrader Tel.: 0176-63173684

 

Anlage:

Der Goldene Reis: die Hintergründe der heutigen Debatte

 

Die eigentlichen molekularen Prozesse der natürlichen Mutation und der modernen gentechnischen Veränderungen von Kulturpflanzen beruhen auf denselben Prozessen. Dies haben leider nur wenige Staaten wie die USA und Kanada in ihrer Gesetzgebung berücksichtigt:  Sie prüfen die Biosicherheit aller neuen Pflanzenzüchtungen, gentechnisch verändert oder konventionell hergestellt. Die EU und auch das internationale Biosicherheitsabkommen von Cartagena jedoch grenzen die gentechnisch veränderten Sorten als prinzipiell gefährlicher aus, was wissenschaftlich nicht haltbar ist. Dadurch werden diese modernen Sorten klar stigmatisiert und bilden auch das Objekt von unbegründeten Angst-Kampagnen einiger Nichtregierungsorganisationen, allen voran der stärksten, der millionenschweren Greenpeace, deren deutscher Zweig allein die Rekordsummen von ca. 60-70 Millionen Euro Jahreseinkommen einbringt.

Dadurch kann Greenpeace optimal finanzierte Kampagnen durchziehen, die gegen die ganze Gentechnik in der Pflanzenzucht zu Felde zieht, denen leider auch der Goldene Reis zum Opfer fällt. Dies führt zur jahrelangen Verzögerung seiner Einführung in armen Ländern, deren mittellose Bevölkerung täglich nur gerade eine Schale geschälten Reis erstehen kann. Dadurch werden weitere millionenfache Opfer des akuten Vitaminmangels verursacht,  gerade unter Kindern, die seit Jahren durch teure Pillenaktionen und illusorische, zu teure Diätverbesserungen nicht gerettet werden können.

Dabei wird die angeborene Angstbereitschaft  einer wohlgenährter reicher Bevölkerungen ausgenützt, die in Sicherheit lebt. Deren Gutmenschentum wird noch animiert durch eine Industriefeindlichkeit, die hauptsächlich auf Legendenbildung beruht.

Es regt sich aber Widerstand gegen diese rücksichtslose Haltung, der Goldene Reis insbesondere muss nun ohne Verzögerung auf den Tisch kommen, er könnte längst, zu Normalpreisen verteilt und gratis vermehrbar, Millionen von Kinderleben retten. Die neue Vitaminsorte wird in die bestehenden Landrassen eingekreuzt, es entsteht also kein Super-Reis unter Zerstörung der bisherigen Sortenvielfalt.

Die Details und psychologisch-kulturellen Hintergründe dieser Angstkampagne sind in einer neuen Literaturzusammenfassung nach zu lesen, die eben von Prof. Klaus Ammann ins Internet gestellt wurde:

Ammann Klaus (20140614), The Debate on the Golden Rice and its Background, a Literature Review. Name citations with fulltext links, and slide presentation,  pp. 50,  ASK-FORCE,  Neuchâtel, Switzerland,    http://www.ask-force.org/web/Golden-Rice/Ammann-Debate-GR-Background-names-fulltext-20140614.pdf  AND English presentation:  http://www.ask-force.org/web/India/Ammann-Golden-Rice-Background-English-20140614.pptx