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Gregor Mendel Stiftung verleiht Innovationspreis an Andreas Sentker

Glückwunsch an Andreas Sentker! Er habe sich mit seinem brückenbildenden Eintreten für Innovation und Forschungsfreiheit um die moderne Pflanzenforschung und die Verwirklichung ihrer Potenziale für eine zukunftsfähige Gesellschaft verdient gemacht, hieß es beim heutigen Festakt.
Herausragende Wissenschaftskommunikation sowie mutiges Eintreten für Innovation und Forschungsfreiheit gewürdigt

Berlin,  4.4.2011 – Die Gregor Mendel Stiftung hat heute in Berlin ihren Innovationspreis an Andreas Sentker verliehen. Der Preisträger ist Leiter des Ressorts Wissen der Wochenzeitung DIE ZEIT, Herausgeber des Magazins ZEIT Wissen und Gastgeber des ZEIT FORUMS der Wissenschaften. Die Stiftung zeichnete Sentker für sein journalistisches und publizistisches Werk aus. " Andreas Sentker hat sich mit seinem brückenbildenden Eintreten für Innovation und Forschungsfreiheit um die moderne Pflanzenforschung und die Verwirklichung ihrer Potenziale für eine zukunftsfähige Gesellschaft verdient gemacht", betonte Prof. Dr. George Turner, Vorsitzender der Gregor Mendel Stiftung, während der Übergabe der Preisurkunde an Sentker.

Prof. Dr. Joachim von Braun, Direktor des Zentrums für Entwicklungsforschung an der Universität Bonn, würdigte Sentker als mutigen Vermittler zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft. "Dies wird am Beispiel seiner Artikel zur Innovation in der Pflanzenzüchtung und Gentechnik deutlich, die stets auf Evidenz achten", so von Braun. In seiner Laudatio stellte er fest, dass die Wissenschaft gerade derzeit vor wichtigen Aufgaben stehe und Forschung unerlässlich sei. Alle bisherigen großen Erfolge, z. B. zur Bekämpfung des Hungers in der Welt, seien schließlich ohne erheblichen Forschungsinput nicht denkbar.

Prof. Dr. Christiane Nüsslein-Volhard, Direktorin des Max-Planck-Instituts für Entwicklungsbiologie und Nobelpreisträgerin, kritisierte das Misstrauen, das den Forschern vor allem durch die restriktive Gesetzgebung entgegengebracht werde. Deutschland habe eine gute Tradition gewissenhafter Qualitätskontrolle durch die Einbeziehung von Ethikkommissionen und das "peer review" System (Gutachten durch fachnahe Experten). "Die Forschungsfreiheit, die uns nach dem Grundgesetz gewährleistet ist, bedeutet doch, dass die Forscher frei sind in der Auswahl der Ziele, aber auch der Methoden, ihre Forschungsziele zu verwirklichen", erläuterte die Wissenschaftlerin. Die Anwendung der Forschungsergebnisse sei ein weiterer entscheidender Faktor: "Auch wenn das primäre Ziel der akademischen Forschung das Verständnis der Biologie der Pflanze und ihrer Umwelt ist, stellt sich dem Forscher doch ständig die Frage nach der Nutzung seiner Ergebnisse. Auch regt die Vorstellung, dass die eigene Forschung zum Wohl der Menschheit schließlich Anwendung finden möge, die Ideen und ihre Ausführungen stark an. Wer forscht gerne "für die Schublade"? ", so Nüsslein-Volhard.

Am Beispiel der Katastrophe von Japan schilderte Sentker in seinem Festvortrag eindrücklich das prekäre Verhältnis von Wissenschaft zu Gesellschaft und Politik. "In dem Maß, in dem Politiker auf wissenschaftliche Argumente zurückgreifen, um ihre Entscheidungen zu begründen, gerät die Wissenschaft in die Wahl- und Grabenkämpfe der Politik hinein." Damit einher gehe die Gefahr, dass Wissenschaft parteipolitisch instrumentalisiert werde und sich in der praktischen Umsetzung andere als wissenschaftliche Erkenntnisse in den Vordergrund drängten.

Aufgabe von unabhängiger Wissenschaftskommunikation sei es, die Bedingungen für Wissenschaft zu beleuchten, ihre Interessen abzuwägen, Konflikte aufzudecken und ihre Erkenntnisse vor einem breiten Hintergrund sozialer, ökonomischer und politischer Aspekte zu vermitteln. Die Kunst bestehe darin, Wissenschaft in diesem Sinne kritisch zu begleiten, gleichzeitig aber die Lust an der Erkenntnis und am Fortschritt nicht zu verlieren, sondern im Gegenteil zu wecken und zu fördern.

Vor allem die Entwicklungen in den Bereichen Ernährung und Energie seien vor dem Hintergrund von Bevölkerungswachstum und Klimawandel schwer vorhersehbar. Gerade deshalb sei es Aufgabe und Herausforderung der Forschung, möglichst viele verschiedene Optionen für die Zukunft zu schaffen.

Die Gregor Mendel Stiftung überreichte erstmals auch einen Ehrenpreis an Vertreter der studentischen Initiative für unabhängige Forschung an der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Die Gruppe hatte sich gegen ein von der Hochschule verhängtes Moratorium zur Forschung an gentechnisch veränderten Pflanzen eingesetzt und damit ein Zeichen für unabhängigen Forschergeist in Deutschland gesetzt.

Gregor Mendel Stiftung
Die 2002 gegründete Gregor Mendel Stiftung schärft den Blick für die gesellschaftliche Bedeutung und die Innovationskraft der Pflanzenzüchtung. Gründungsstifter sind Persönlichkeiten und Familien, die sich der Pflanzenzüchtung über Generationen verpflichtet fühlen. Mit dem Innovationspreis werden Persönlichkeiten ausgezeichnet, die maßgeblich zur Förderung der Wissenschaft und zur Erhaltung der Vielfalt in der Züchtung beigetragen haben.


Kontakt:
Gregor Mendel Stiftung
Christoph Herrlinger, Geschäftsführer
Telefon: 0228 - 9 85 81 – 28, Telefax: - 69
Kaufmannstr. 71, 53115 Bonn
E-Mail: info@gregor-mendel-stiftung.de
www.gregor-mendel-stiftung.de